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MEDOS Medizintechnik AG Unternehmen


Unternehmen

Seit der Firmengründung 1987 durch den Kardiotechniker Karl Heinz Hildinger hat sich, im Zuge tief greifender Fortschritte in der Medizintechnik, auch die MEDOS Medizintechnik AG stetig erweitert.

Mit Focus auf die Herzchirurgie wurde 1990 die erste Betriebsstätte in Aachen eröffnet. 1994 folgte dann der Bezug der eigenen Räume in Stolberg. Aus dem anfänglichen Vertrieb von Schlauchsets entstand ein mittelständisches Hightech-Medizintechnik-Unternehmen mit weltweitem Vertrieb.

Neben der Betriebsstätte in Stolberg bei Aachen besitzt die MEDOS Medizintechnik AG einen weiteren Standort in Radeberg bei Dresden. Der Erwerb von Gish Biomedical, Inc. in Californien (USA) in 2007 und von Life Systems Medizintechnik-Service GmbH in Hamburg in 2008 vervollständigen das derzeitige Geschäftsnetz der MEDOS Medizintechnik AG.

Die Produkte der MEDOS Medizintechnik AG sowie die Forschung und Entwicklung haben ihren Ursprung in Stolberg. Das gesamte Produktspektrum besteht aus dem ehemaligen Grundstein den MEDOS Schlauchsets und diversen Eigenentwicklungen wie den HILITE® Oxygenatoren und Reservoiren, der RHEOPARIN®-Beschichtung (Heparin), der DELTASTREAM®-Serie, dem MEDOS VAD-System mit verschiedenen Ventrikeln und Kanülen, sowie einem umfassenden MEDOS Kanülenprogramm.

Die meisten deutschen Herzzentren werden durch den firmeneigenen Vertrieb betreut. Der Vertrieb der MEDOS-Produkte und die Kundenbetreuung erfolgt in Frankreich durch das Tochterunternehmen MEDOS France und in den übrigen Ländern rund um den Globus durch ein umfangreiches speziell auf die Herzchirurgie ausgerichtetes Vertriebspartnernetz.

Marktumfeld

Degenerative Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind gegenwärtig mit Abstand die bekannteste Todesursache in der westlichen Welt. Alleine in den Vereinigten Staaten sind 40% aller Todesfälle darauf zurückzuführen. Dort versterben mehr Menschen an degenerativen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als an den sieben folgenden Todesursachen zusammen genommen.

Aufgrund der weltweit zunehmenden Industrialisierung und den dadurch bedingten veränderten Lebensgewohnheiten wie Bewegungsmangel, falsche Ernährung und Rauchen, geht die Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, dass degenerative Herz-Kreislauf-Erkrankungen in 2010 weltweit Todesursache Nr.1 sein werden.

Am Ende der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steht der herzchirurgische Eingriff, in der Regel mit Hilfe der sog. Herz-Lungen-Maschine (HLM). Diese HLM ermöglicht erst die Operation am Herzen. Im Wesentlichen besteht die HLM aus einer festen Rollerpumpen- und Steuereinheit, in die ein Schlauchsystem eingelegt wird. In dieses System sind Funktionselemente wie eine künstliche Lunge (Oxygenator), Rollerpumpenschlauch, Reservoir und Filter integriert. Das komplette Schlauchsystem mit den Funktionselementen kommt nur einmal zum Einsatz.

Im Jahr 2004 betrug in Deutschland die Gesamtzahl der Eingriffe am Herzen rund 146.100, in fast 80 herzchirurgischen Zentren wurden über 71.000 koronarchirurgische Eingriffe (Bypass-Operrationen) und knapp 18.570 Herzklappen-Operationen durchgeführt. Der Anteil der Eingriffe am Herzen mit Herz-Lungen-Maschine liegt bei etwa 96.000. Weltweit erfolgen jährlich rund 1.000.000 Eingriffe am Herzen mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine (HLM), Tendenz steigend.

In einigen Fällen kann der Patient nicht von der HLM entwöhnt werden oder die Zeit bis zur Transplantation muss überbrückt werden. In diesem Fall kommt ein sog. Herzunterstützungssystem, auch kurz VAD-System genannt, zum Einsatz. Das VAD-System wird in der Regel temporär, d. h. für mehrere Tage und Wochen am Patienten angeschlossen.

Die letzte lebensrettende Option eines schwer herzkranken Patienten besteht in einer Herztransplantation. Alleine in den USA leben 20.000 bis 40.000 Patienten, die auf ein Spenderherz warten. Tatsächlich wurden in den USA und Europa im Jahr 2000 insgesamt aber nur etwa 4.500 Herztransplantationen durchgeführt. In Deutschland werden jährlich knapp 1.000 Spenderherzen benötigt, im Jahr 2004 lag die Anzahl der transplantierten Herzen jedoch bei unter 400. Schätzungen bzgl. des weltweiten Bedarfs an Spenderherzen reichen von 50.000 bis 300.000 pro Jahr. Der Bedarf an Spenderherzen steht somit in eklatantem Widerspruch zur Zahl der verfügbaren Spenderherzen oder entsprechender Alternativen.

Die Bedeutung der Herzchirurgie als letzte Stufe in der Behandlung degenerativer Herz-Kreislauferkrankungen wird auch in der westlichen Welt an Bedeutung gewinnen. Bereits etablierte, aber auch neue Behandlungsmethoden im medikamentösen wie auch kardiologischen Bereich vermögen bestenfalls den Krankheitsverlauf zu stoppen, in der Regel aber nur zu verzögern. Die zunehmende Alterstruktur der westlichen Bevölkerung wird verknüpft sein mit einem Patientenkollektiv, welches ungleich schwieriger zu operieren sein wird. Somit steigen die Anforderungen an das Können der Chirurgen und die ihnen zur Verfügung stehende apparative Technik.

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